Neverland Ranch: Vom Märchenland zum Schauplatz der Skandale
Michael Jackson verwandelte ein riesiges Anwesen in Kalifornien in den späten 1980er-Jahren in ein märchenhaftes Reich. Unter dem Namen Neverland Ranch – inspiriert von der magischen Welt aus Peter Pan – wurde das Gut zu einem persönlichen Paradies und zugleich zum Zentrum von Kontroversen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Geschichte des Anwesens von einer verspielt-poetischen Idee zu juristischen Auseinandersetzungen und finanziellen Turbulenzen.
Ende der 1980er-Jahre erwarb Jackson ein 2.700 Hektar großes Grundstück in der Nähe von Los Olivos für 19,5 Millionen Dollar. Er tauft es in Neverland Ranch um – benannt nach dem fiktiven Land, in dem Kinder nie erwachsen werden. Der Sänger gestaltete das Anwesen zu einem prunkvollen Vergnügungspark um, komplett mit Kino, Tanzstudio und sogar einem kleinen Vergnügungspark. Eine Eisenbahnstation, ein Streichelzoo und eine Spielhalle füllten das Gelände und machten es zu einem privaten Wunderland für Kinder.
Der erste große Skandal erschütterte Neverland 1993, als der 13-jährige Jordan Chandler Jackson der sexuellen Belästigung beschuldigte. Der Fall endete mit einem außergerichtlichen Vergleich, der den Sänger laut Berichten über 20 Millionen Dollar kostete. Ein Jahrzehnt später, 2003, durchsuchte die Polizei die Neverland Ranch, was zu Jacksons Festnahme wegen ähnlicher Vorwürfe führte. Der Prozess 2005 zog weltweite Aufmerksamkeit auf sich, endete jedoch mit einem Freispruch.
Nach Jacksons Tod 2009 blieb die Neverland Ranch mit seinem Erbe verbunden. Das Anwesen wurde 2016 für 100 Millionen Dollar zum Verkauf angeboten. Vier Jahre später erwarb es der Milliardär Ronald Burkle für lediglich 22 Millionen Dollar – weit unter dem ursprünglichen Preis.
Die Neverland Ranch begann als traumhaftes Refugium, verstrickte sich jedoch in juristische Kämpfe und finanziellen Niedergang. Der endgültige Verkauf des Anwesens markierte das Ende einer Ära, die mit einem der größten Popstars der Musikgeschichte verbunden war. Heute steht es als Mahnmal für Jacksons schöpferisches Genie – und die Kontroversen, die ihn sein Leben lang begleiteten.






