NRW droht Wasserstoff-Engpass trotz Ausbau erneuerbarer Energien bis 2045
Leon FischerNRW droht Wasserstoff-Engpass trotz Ausbau erneuerbarer Energien bis 2045
Ein neuer Bericht der Initiative IN4climate.NRW zeigt die Herausforderungen auf, vor denen Nordrhein-Westfalen beim Deckung des steigenden Wasserstoffbedarfs steht. Die wachsende regionale Produktion und der Ausbau erneuerbarer Energien reichen allein nicht aus, um den künftigen Bedarf zu decken. Industrie und Energiewirtschaft werden in den kommenden Jahrzehnten deutlich mehr Wasserstoff benötigen.
Bis 2045 wird der Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff in Nordrhein-Westfalen stark ansteigen. Treibende Kräfte sind die energieintensive Grundstoffindustrie, der Mittelstand sowie der Energiesektor. Die heimische Produktion wird den wachsenden Bedarf nicht allein decken können.
Der Bericht empfiehlt eine diversifizierte Importstrategie, um Abhängigkeiten von einzelnen Bezugsquellen zu vermeiden. Am effizientesten seien Pipeline-Importe aus den Niederlanden, der Iberischen Halbinsel oder Skandinavien. Auch schiffbasierte Importe aus entfernteren Regionen wie Brasilien werden eine notwendige Rolle spielen.
Die Kosten für die verschiedenen Importwege sind derzeit ähnlich hoch. Mit der Marktreife dürften sie sich weiter angleichen. Importierter grüner Ammoniak könnte kurzfristig eine Alternative darstellen, indem er grauen Ammoniak in bestehenden Anwendungen ersetzt, während die Wasserstoffinfrastruktur ausgebaut wird.
Nordrhein-Westfalen wird auf eine Kombination aus Pipeline- und Schiffsimporten angewiesen sein, um seine Wasserstoffversorgung zu sichern. Die Industrie des Landes hängt von diesen Wegen ab, um die wachsende Nachfrage zu decken. Ohne Importe droht die Region, ihren Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff bis 2045 nicht zu decken.
