03 April 2026, 00:50

NRW reformiert Kita-System mit festen Kernzeiten und neuen Randzeitenkräften

Ein Plakat mit dem Text "Brauchen die Armen die Hilfe ihrer Kinder?" begleitet von Bildern.

NRW reformiert Kita-System mit festen Kernzeiten und neuen Randzeitenkräften

Nordrhein-Westfalen reformiert sein Kita-System mit neuen Kernöffnungszeiten und neuer Ausbildung für Randzeitenkräfte

Nordrhein-Westfalen will sein Betreuungssystem für Kindertagesstätten mit festen Kernarbeitszeiten reformieren. Die Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) unterstützt den Plan und argumentiert, dieser werde die Verlässlichkeit der Betreuung verbessern. Die Änderungen sind Teil des neu verabschiedeten Kindbildungsgesetzes, das Personalengpässe beheben soll, ohne die Qualität der Betreuung zu beeinträchtigen.

Nach dem neuen Gesetz werden Kitas ein Stammpersonal für fünf feste Stunden täglich – die sogenannte "Kernzeit" – beschäftigen. Neue Kräfte mit einer etwas kürzeren Ausbildung decken die übrigen "Randzeiten" ab. Diese ergänzenden Fachkräfte verfügen zwar über pädagogische Qualifikationen, absolvieren jedoch eine zweijährige statt einer dreijährigen Ausbildung.

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Die Reform orientiert sich an Modellen anderer Bundesländer wie Bayern, wo Kernzeiten (beispielsweise von 7 bis 17 Uhr) zwischen 2010 und 2020 eingeführt wurden. Eine Studie des DIW Berlin aus dem Jahr 2022 zeigte, dass solche Maßnahmen die Betreuungskapazitäten durch effizienteren Personaleinsatz um 5 bis 10 Prozent steigerten. Die Zufriedenheit der Eltern fiel jedoch gemischt aus: Zwar befürworteten in einer Umfrage des ifo Instituts aus dem Jahr 2023 85 Prozent die festen Öffnungszeiten, berufstätige Eltern kritisierten jedoch die fehlende Flexibilität.

Im Vergleich dazu verzeichneten Länder wie Schweden und Dänemark, wo ähnliche Kernzeitmodelle seit den 2000er-Jahren gelten, einen Anstieg der Betreuungsplätze um 15 bis 20 Prozent, wie ein OECD-Bericht von 2024 zeigt. Die Elternzufriedenheit lag dort bei über 90 Prozent – dank flexibler Zusatzangebote für frühere Bring- oder spätere Abholzeiten.

Ziel der Neuregelung ist es, den Mangel an qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern zu mildern und gleichzeitig einen reibungslosen Kita-Betrieb zu gewährleisten. Kritiker warnen jedoch, dass die verkürzte Ausbildung für Randzeitenkräfte die Gesamtqualität der Betreuung schwächen könnte. Die Landesregierung betont hingegen, die Reform schaffe ein zuverlässigeres System für Familien.

AKTUALISIERUNG

Behind the Scenes: The Legislative Journey of NRW's Kita Reform

The reform's legislative journey began with the Landesregierung submitting the KiBiz-Reform Gesetzentwurf to the Landtag prior to its official passage. This procedural step, outlined in the Land.NRW report, established the framework for the new core and edge time structure. The draft included provisions such as the Kita-Sozialindex, set for development by mid-2026, to guide the selection of Chancen-Kitas.