03 April 2026, 12:07

RWE will aus Tagebau Hambach Deutschlands tiefsten See schaffen – doch Kritik wächst

Ein Plakat mit einer detaillierten Weltkarte, auf der geplante Öl- und Gas-Pipelines, Länder, wichtige Städte, Gewässer und erklärender Text zu sehen sind.

RWE will aus Tagebau Hambach Deutschlands tiefsten See schaffen – doch Kritik wächst

RWE plant Umwandlung des ehemaligen Tagebaus Hambach in einen riesigen künstlichen See

Der Energiekonzern RWE will aus dem früheren Braunkohletagebau Hambach einen gewaltigen Stausee machen. Das Projekt, dessen Flutung ab 2030 beginnen soll, würde das tiefste Gewässer Deutschlands schaffen – mit einer Tiefe, die den Bodensee bei Weitem übertrifft. Doch Umweltschützer und Behörden melden bereits erhebliche Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit und der ökologischen Folgen an.

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Der geplante See würde sich über 42 Quadratkilometer erstrecken und an seiner tiefsten Stelle 365 Meter erreichen. Bis 2040 soll seine Wasserfläche 1.200 Hektar umfassen, wobei die maximale Tiefe dann 200 Meter betragen würde. Für die Befüllung wird Rheinwasser genutzt, das mit einer Rate von 18.000 Litern pro Sekunde eingeleitet wird – genug, um ein olympisches Schwimmbecken in nur zwei Minuten zu füllen.

Drei gigantische Rohrleitungen, jede 45 Kilometer lang und breit genug, dass ein Erwachsener hindurchradeln könnte, sollen das Wasser von Elsdorf in den Tagebau transportieren. Trotz dieser Dimensionen wird der See sein Endvolumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern erst um das Jahr 2080 erreichen. Bis 2033 strebt RWE an, ihn auf ein Drittel der geplanten Höhe aufzufüllen.

Die Kritik am Vorhaben wächst. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt, dass das Rheinwasser chemische Rückstände und Medikamentenreste enthält, und fordert eine Vorfilterung vor der Einleitung in den Tagebau. Zudem gibt es Widerstand wegen der Zerstörung des Hambacher Forstes für den Braunkohleabbau. 2024 lehnte das Umweltministerium von Nordrhein-Westfalen den Plan ab und verwies auf Konflikte mit dem deutschen Kohleausstieg sowie den Natura-2000-Schutzgebieten. Offizielle Schätzungen, wie viele Menschen langfristig von dem See profitieren oder betroffen sein könnten, liegen nicht vor.

Das Hambach-Seen-Projekt bleibt umstritten, mit ungelösten ökologischen und behördlichen Hürden. Sollte es realisiert werden, wäre es eines der ehrgeizigsten Gewässerprojekte Deutschlands – doch seine Zukunft hängt davon ab, die Verschmutzungsprobleme zu lösen und es mit den Klimazielen in Einklang zu bringen. Der Zeitplan erstreckt sich über Jahrzehnte, sodass viele Fragen vorerst offenbleiben.

Quelle