29 April 2026, 10:19

Rechtsstreit um DocMorris-Boni: Apothekerkammer drohen Millionenforderungen nach Gerichtsentscheid

Ein Plakat, auf dem steht, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal mehr für dieselben Medikamente berechnet hat, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Rechtsstreit um DocMorris-Boni: Apothekerkammer drohen Millionenforderungen nach Gerichtsentscheid

Ein langjähriger Rechtsstreit um Rezeptboni nimmt eine neue Wendung, da sich das Oberlandesgericht Düsseldorf mit dem Fall befasst. Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) kämpft seit über einem Jahrzehnt gegen DocMorris, doch das Unternehmen kann weiterhin ohne Konsequenzen agieren. Nun drohen der AKNR nach der Aufhebung einstweiliger Verfügungen möglicherweise Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.

Im Mittelpunkt des Streits stehen die Bonusprogramme von DocMorris für Rezeptkunden, die nach Ansicht der AKNR gegen Preisvorschriften verstoßen. Obwohl der Bundesgerichtshof entschied, dass DocMorris Schadensersatz leisten muss, blieb das Unternehmen von echten Sanktionen wegen Preisabsprachen verschont. Gleichzeitig sieht sich die AKNR durch mangelnde Rückendeckung im System geschwächt und ist finanziellen Risiken ausgesetzt.

Der Bundesgerichtshof hatte bereits infrage gestellt, ob DocMorris die staatlichen Regelungen einhält. Doch ohne konsequente Durchsetzung konnten das Unternehmen und ähnliche Anbieter ihren Betrieb ungehindert fortsetzen. Die Untätigkeit der Politik hat neue Schlupflöcher entstehen lassen – Vorschriften wurden ausgesetzt, und Gelder flossen der Gesundheitsversorgung ab.

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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte kürzlich Pläne an, einen einheitlichen Abgabepreis wiederherzustellen. Wie dies konkret umgesetzt werden soll, blieb jedoch offen. Der aktuelle Entwurf zur Apothekenreform sieht eine geteilte Haftung für ungerechtfertigte Bußgelder zwischen Krankenkassen und Apotheken vor – Kritiker halten dies allerdings für unzureichend, um das Kernproblem zu lösen.

Die anstehende Entscheidung des Düsseldorfer Gerichts bleibt ungewiss und stellt die AKNR vor eine prekäre Situation. Sollte das Urteil zu ihren Ungunsten ausfallen, könnte die Kammer mit Millionenforderungen konfrontiert werden. Unterdessen operieren DocMorris und vergleichbare Unternehmen weiter ohne Einschränkungen, während das Gesundheitssystem unter anhaltender finanzieller Belastung leidet.

Quelle