30 June 2026, 12:03

Rheinbrücke Leverkusen: NRW kündigt Porr-Vertrag wegen schwerer Baumängel

Schwach verteidigte Vertragsauflösung Rheinbrücke

Rheinbrücke Leverkusen: NRW kündigt Porr-Vertrag wegen schwerer Baumängel

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für die neue Rheinbrücke in Leverkusen zu kündigen. Der Schritt soll den Bau beschleunigen, nachdem Gutachten schwere Mängel an den Stahlkomponenten aufgedeckt hatten. Der Rechtsstreit über die Vertragsauflösung wird derzeit vor dem Landgericht Köln verhandelt.

Bei dem Projekt geht es um den Bau zweier paralleler Brücken, von denen eine bereits fertiggestellt und in Betrieb ist, während die zweite noch im Bau befindlich ist. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, und die Montage der Pylone soll im September 2026 beginnen. Die gesamten Bauarbeiten sollen bis Mitte 2028 abgeschlossen sein – zwei Jahre früher als im ursprünglichen Zeitplan, den Wüst genannt hatte.

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Wüst bestätigte, dass er im Auftrag der Bundesregierung der Vertragskündigung zugestimmt habe, um den Brückenbau zu beschleunigen. Die Entscheidung, die vor über sechs Jahren getroffen wurde, begründete er mit systemischen Mängeln und gravierenden Fehlern in den von Porr gelieferten Stahlkonstruktionen.

Die finanziellen Risiken im Streit sind beträchtlich: Die Bundesregierung fordert von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro, während das Unternehmen seinerseits mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und nicht abgegoltene Dienstleistungen einklagt. Inklusive Zinsen könnte die Gesamtstreitsumme bis zu einer Milliarde Euro erreichen.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte, das Land erwarte keine negativen Folgen durch das spätere Urteil des Gerichts.

Der Rechtsstreit dauert an, während beide Seiten ihre Argumente vor Gericht vortragen. Das Projekt bleibt jedoch auf Kurs für eine Fertigstellung bis Mitte 2028, wobei wichtige Bauphasen bereits in vollem Gange sind. Das Urteil wird die finanziellen Auswirkungen auf beide Seiten bestimmen.

Quelle