18 March 2026, 00:49

Solinger Kirchenkreis plant radikale Standort-Reform bis 2035

St. Paul United Methodist Church, ein Gebäude mit Fenstern und Türen, umgeben von Pflanzen und Bäumen, mit Schnee auf dem Boden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund, mit einer Tafel mit Text auf der rechten Seite.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Standort-Reform bis 2035

Der Kirchenkreis Solingen der Evangelischen Kirche hat Pläne vorgestellt, sein Gebäudeportfolio bis 2035 grundlegend umzugestalten. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und knapper werdender Haushalte will die Kirche ihre Immobilienbestände reduzieren und die verbleibenden Standorte klimaneutral ausrichten. Eine Arbeitsgruppe hat nun vorgeschlagen, welche Gebäude erhalten, überprüft oder umgenutzt werden sollen.

Ein siebenköpfiges Team unter der Leitung von Hartmut Hoferichter bewertete monatelang 16 Kirchen und Gemeindezentren. Der Abschlussbericht teilt die Immobilien in drei Kategorien ein: solche, die langfristig erhalten bleiben, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind.

Vier Kirchen – die Ohliger Protestantische Stadtkirche, die Walder Kirche, die Dorper Kirche und die Gräfrather Evangelische Kirche – sollen über 2035 hinaus erhalten bleiben. Drei Gemeindezentren – Höhscheid, Wittenbergstraße sowie Schützenstraße/Ritterstraße – stehen ebenfalls auf der "Positivliste". Fünf Standorte hingegen, darunter die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Widdert-Kirche und die Lutherkirche, werden aus Nachhaltigkeitsgründen nicht weiter in kirchlicher Trägerschaft bleiben.

Ungewiss ist noch die Zukunft der Stadtkirche Mitte. Ihre zentrale Lage, die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und die barrierefreie Ausstattung machen eine Entscheidung bisher schwierig. Der Kirchenkreis rechnet damit, dass sich seine Finanzmittel bis Mitte der 2030er-Jahre halbieren werden – bei gleichzeitig schrumpfender Mitgliederzahl und Personal.

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Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird die Vorschläge detailliert prüfen. Bis Ende 2027 müssen die endgültigen Beschlüsse fallen, um dem Kirchenkreis ausreichend Zeit für Umbaumaßnahmen und Schließungen zu geben. Alle erhaltenen Gebäude müssen bis 2035 so modernisiert werden, dass sie klimaneutral betrieben werden können.

Die Pläne bedeuten zwar weniger kirchlich betriebene Standorte, dafür aber eine stärkere Konzentration auf nachhaltige und barrierefreie Gebäude. Bis 2035 wird der Kirchenkreis mit der Hälfte des heutigen Budgets und einer reduzierten Belegschaft arbeiten. Die kommenden zwei Jahre werden zeigen, welche Immobilien bleiben – und wie sie sich an die angespannte Finanzlage und strengere Umweltstandards anpassen.

AKTUALISIERUNG

Synode genehmigt 2035-Kirche-Umstrukturierungsplan

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat seine 2035er Gebäude-Strategie abgeschlossen, nachdem die Synode am 14. März 2026 Vorschläge genehmigt hat. Wichtige Entscheidungen sind:

  • Bestätigung der langfristigen Nutzung für 4 Kirchen und 3 Gemeindezentren.
  • Verpflichtende klimaneutrale Renovierungen für alle erhaltenen Standorte.
  • Erstellung von dedizierten Jugend-Einrichtungen an zukünftigen Standorten. Superintendentin Dr. Ilka Werner bestätigte die Genehmigung der Empfehlungen der Arbeitsgruppe von Hartmut Hoferichter, wodurch die Planung für treibhausgasneutrale Operationen und barrierefreie Anpassungen sofort beginnen kann.