18 March 2026, 00:49

Traditionelle Brauereien kämpfen ums Überleben – doch alkoholfreies Bier gibt Hoffnung

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt, mit einer Gruppe von Menschen, einige halten Gläser, mit Text und Logo.

Traditionelle Brauereien kämpfen ums Überleben – doch alkoholfreies Bier gibt Hoffnung

Deutsche Brauereien verzeichnen einen drastischen Rückgang beim Absatz traditionellen Biers – 2025 wurde ein Minus von sechs Prozent gemessen, der stärkste Einbruch seit der Wiedervereinigung. Doch während die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier steigt, passen einige Hersteller ihre Strategien an, um zu überleben. Zwei Brauereien in Nordrhein-Westfalen, die Barre Brauerei und die Bielefelder Braumanufaktur, steigern nun die Produktion alkoholfreier Alternativen, um sich den veränderten Konsumgewohnheiten anzupassen.

Hintergrund des Wandels ist der stark gestiegene Marktanteil alkoholfreien Biers in Deutschland, der sich seit 2020 mehr als verdoppelt hat. Damals lag er bei etwa 1,5 Prozent, 2025 ist er auf über 3,5 Prozent geklettert. Gesundheitstrends und veränderte Lebensstile nach der Pandemie treiben das Wachstum voran – besonders hoch ist die Nachfrage in Städten wie Berlin, Hamburg und München sowie in ganz Nordrhein-Westfalen.

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Für viele Brauereien ist der Rückgang beim klassischen Bierverkauf jedoch verheerend. In Lübbecke und Bielefeld mussten bereits mehrere Betriebe schließen, weil sie mit sinkenden Einnahmen nicht mehr klarkamen. Christoph Barre, Geschäftsführer der Barre Brauerei, warnt vor einer bevorstehenden Insolvenzwelle in der Branche. Um dem entgegenzuwirken, setzt seine Brauerei auf regionale Verwurzelung und Gemeinschaftsengagement, in der Hoffnung, die Treue der lokalen Kundschaft zurückzugewinnen.

Die Bielefelder Braumanufaktur geht einen anderen Weg. Gründer Mike Cacic sieht das Unternehmen nicht mehr nur als Bierbrauerei, sondern als Getränkehersteller mit breiterem Portfolio. Der Betrieb konzentriert sich nun auf alkoholfreie Alternativen und betrachtet sie als langfristige Wachstumschance – nicht als kurzfristige Lösung. Angesichts weiter sinkender Absätze beim klassischen Bier könnte dieser Strategiewechsel überlebenswichtig sein.

Der Aufstieg alkoholfreien Biers bietet kämpfenden Brauereien eine Rettungsleine, doch der Umstieg ist nicht ohne Risiko. Barre Brauerei und Bielefelder Braumanufaktur setzen auf den wachsenden Markt, um die Verluste aus dem schwächelnden traditionellen Geschäft auszugleichen. Ob diese Strategie ausreicht, um weitere Schließungen zu verhindern, bleibt abzuwarten.

AKTUALISIERUNG

Non-Alcoholic Beer Übertrifft 9,5% Marktanteil – Ein Neues Zeitalter Für Deutsche Brauereien?

Neue Daten zeigen, dass alkoholfreie Biere nun 9,5% des deutschen Einzelhandelsmarktes halten und sich dem 10%-igen Meilenstein nähern. Dies steht im Gegensatz zu der in früheren Berichten genannten 3,5%-igen Zahl. Wichtige Erkenntnisse sind:

  • Pils bleibt mit 50% Marktanteil dominant.
  • Hellbiere halten 12%, was regionale Präferenzen widerspiegelt.
  • Der Verkauf von alkoholfreien Biere wächst schneller als traditionelle Kategorien und treibt Anpassungen bei Brauereien an.