Wasserburger Apotheke schließt: Warum die Existenz kleiner Standorte bedroht ist
Wasserburger Apotheke schließt: Warum die Existenz kleiner Standorte bedroht ist
Wafaa Choukrane hat nach Jahren finanzieller Belastung ihre Apotheke in Wasserburg geschlossen. Steigende Stromkosten und unwirtschaftliche Notdienste machten den Betrieb unrentabel. Trotz der Schließung stellt sie sicher, dass Patienten weiterhin umfassend versorgt werden, indem sie die Abläufe mit ihrer nahegelegenen Ardey-Apotheke zusammenlegt.
Choukrane leitete einst drei Apotheken, darunter Standorte in Dortmund und Bochum. Doch der Arbeitsaufwand durch die Notdienste wurde übermächtig – sie musste Schichten von bis zu 72 Stunden absolvieren. Personal zu finden, das bereit war, diese Dienste zu übernehmen, gestaltete sich nahezu unmöglich.
Die Pauschalvergütung für die Notdienstleistungen deckte die Kosten nicht, sodass sie Verluste hinnehmen musste. Selbst nach der Zusammenlegung der Abläufe in der Ardey-Apotheke – nur 500 Meter vom geschlossenen Standort entfernt – bleibt der finanzielle Druck bestehen. Nun setzt sie sich für politische Reformen ein, um die Erstattungssätze zu erhöhen. Sie argumentiert, dass höhere Personalkosten und Betriebskosten die Existenz kleiner Apotheken bedrohen.
Neben den finanziellen Sorgen plant Choukrane auch praktische Verbesserungen: Aktuell verhandelt sie über zusätzliche Parkplätze an ihren verbleibenden Apotheken.
Die Schließung der Wasserburger Apotheke unterstreicht die Herausforderungen, vor denen unabhängige Apotheker stehen. Ohne höhere Erstattungssätze warnt Choukrane, dass weitere lokale Apotheken verschwinden könnten. Vorerst liegt ihr Fokus darauf, den Zugang zu essenziellen Leistungen für die Patienten in der Region zu sichern.
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