Wohnbauprojekt in Willich: Bürgerprotest gegen Bebauung des Moltkedorf-Geländes
Leon FischerWohnbauprojekt in Willich: Bürgerprotest gegen Bebauung des Moltkedorf-Geländes
Ein geplantes Wohnbauprojekt in Willich stößt auf starken Widerstand bei den Anwohnern. Die Stadt beabsichtigt, auf einem 2,9 Hektar großen Gelände namens Moltkedorf – das derzeit als Flüchtlingsunterkunft und Grünfläche genutzt wird – 200 Wohnungen zu errichten. Über 1.200 Bürger haben eine Petition unterzeichnet, in der sie die vollständige Abschaffung des Vorhabens fordern.
Das Gelände Moltkedorf war ursprünglich als Freifläche und Erholungsgebiet ausgewiesen. Nun plant die Stadt, dort ein Wohnviertel mit Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und mehrgeschossigen Wohnhäusern zu errichten. Vorgesehen ist eine hofartige Bebauung mit Grünflächen sowie Rad- und Fußwegen, die die Kruse-Straße mit An Liffersmühle verbinden sollen.
Die Anwohner äußern zahlreiche Bedenken gegen das Projekt. Sie befürchten, dass viergeschossige Gebäude über die benachbarten Kleingärten ragen und so die Aussicht sowie das Sonnenlicht versperren würden. Zudem sorgen sie sich um Verkehrsstaus, Lärmbelästigung und Parkplatzmangel – trotz geplanter Einbahnstraßen-Regelung und Tiefgaragen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die ökologische Auswirkung. Der Grünstreifen entlang der Moltkestraße 31–35 bietet derzeit Lebensraum für Tiere und wirkt als natürliche Barriere. Die Anwohner betonen, dass Grünflächen wichtig für die Regenwasserversickerung, die Artenvielfalt und die Kühlung des lokalen Mikroklimas seien. Sie fordern, das Gebiet als Erholungsraum zu erhalten, und verlangen eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vor Baubeginn.
Die Stadt hat auf die Petition, die eine Aufgabe des Projekts fordert, bisher noch nicht direkt reagiert. Die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände soll bis Ende des Jahres geschlossen werden, wodurch die Fläche für eine Neunutzung frei wird.
Die Pläne für das Moltkedorf-Viertel bleiben umstritten, während die Anwohner darauf drängen, die Grünfläche unangetastet zu lassen. Die Wohnbauvorhaben der Stadt sehen sich nun mit erheblichem öffentlichen Widerstand konfrontiert, darunter Forderungen nach Verkehrs-, Lärm- und Ökologie-Studien. Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie die Verantwortlichen auf diese Bedenken eingehen.






