Asahi Kasei kauft Aicuris für 780 Millionen Euro und stärkt antivirale Therapien
Lara LangAsahi Kasei kauft Aicuris für 780 Millionen Euro und stärkt antivirale Therapien
Asahi Kasei übernimmt Aicuris Anti-infective Cures für 780 Millionen Euro
Der japanische Konzern Asahi Kasei hat sich darauf verständigt, das deutsche Biotech-Unternehmen Aicuris Anti-infective Cures AG für 780 Millionen Euro (rund 920 Millionen US-Dollar) zu übernehmen. Mit dem Deal geht die volle Kontrolle über den auf antivirale Therapien spezialisierten Hersteller an den japanischen Konzern über. Aicuris entwickelt Behandlungen für schwere virale Infektionen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem.
Die Übernahme folgt auf den erfolgreichen Abschluss einer Phase-3-Studie mit dem Leitwirkstoff Pritelivir, der vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von therapieresistenten Herpes-simplex-Virus-Infektionen zeigte.
Der Wirkstoffkandidat, der sich in der Spätphase der Entwicklung befindet, erreichte kürzlich sein primäres Studienziel in einer globalen Phase-3-Untersuchung. Dabei wurde Pritelivir gegen Standardtherapien bei immungeschwächten Patienten mit Herpes-simplex-Infektionen getestet. Der Wirkstoff erwies sich als statistisch deutlich überlegen und unterstreicht damit sein Potenzial als Schlüsselttherapie.
Zum Portfolio von Aicuris gehört zudem AIC468, ein Präparat, das für Phase-2-Studien bereitsteht. Dieser Kandidat zielt auf die Reaktivierung des BK-Virus bei Nierentransplantationspatienten ab und adressiert damit einen dringenden, bisher ungedeckten medizinischen Bedarf.
Die Übernahme passt zu Asahi Kaseis Strategie "One AK Pharma", die Forschung, Entwicklung und kommerzielle Aktivitäten in Japan, den USA und Europa bündeln soll. Durch den Kauf von Aicuris will das Unternehmen sein Angebot im Bereich schwerer viraler Infektionen ausbauen. Zudem plant Asahi Kasei, die bestehenden US-Netzwerke in den Bereichen Transplantation und Nierenerkrankungen zu nutzen, um die Markteinführung der Aicuris-Produkte zu beschleunigen.
Der Abschluss der Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2026 erwartet, vorbehaltlich der notwendigen behördlichen Genehmigungen. Bei den finanziellen Aspekten lässt sich Aicuris von der Bank of America Europe DAC beraten, während die Kanzlei Gibson Dunn die rechtliche Begleitung übernimmt.
Über die abgeschlossene Phase-3-Studie zu Pritelivir und die Bereitschaft von AIC468 für Phase 2 hinaus wurden bisher keine weiteren klinischen Studien oder Zulassungsanträge bekannt gegeben.
Nach dem Vollzug der Übernahme wird Asahi Kasei die vollständige Kontrolle über die Wirkstoffpipeline von Aicuris erhalten. Das Unternehmen beabsichtigt, die Kommerzialisierung von Pritelivir voranzutreiben und die Entwicklung von AIC468 weiter zu beschleunigen. Der Deal markiert einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Position von Asahi Kasei im Markt für antivirale Therapien.






