Bafin weitet Prüfung bei Gerresheimer aus – Aktie stürzt nach Bilanzvorwürfen ab
Elias LehmannGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - Bafin weitet Prüfung bei Gerresheimer aus – Aktie stürzt nach Bilanzvorwürfen ab
Die Gerresheimer Aktie gerät erneut in den Fokus der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Die Behörde hat ihre Überprüfung der Buchhaltungspraktiken des Unternehmens ausgeweitet und konzentriert sich dabei auf die Erfassung von Umsätzen in bestimmten Verträgen. Nach Bekanntwerden der Untersuchung brachen die Aktienkurse des Konzerns deutlich ein.
Die Bafin untersucht, ob Gerresheimer bei sogenannten 'Bill-and-Hold'-Geschäften die internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) für die Umsatzerfassung eingehalten hat. Bei solchen Vereinbarungen können Unternehmen Verkäufe bereits vor der Lieferung der Waren verbuchen – die IFRS-Standards verlangen jedoch, dass Umsätze erst bei Auslieferung erfasst werden. Die Aufsicht prüft nun die Bilanz für das Jahr 2024 sowie die Bewertung der Lagerbestände zum Stichtag 31. Mai 2025.
Die aktuelle Untersuchung erweitert eine frühere Überprüfung und umfasst zusätzlich eine neue Ermittlungsphase vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025. Bereits zuvor hatte die Bafin die Abwicklung ähnlicher Verträge durch das Unternehmen hinterfragt. Anleger reagierten prompt: Die Gerresheimer Aktie gab im nachbörslichen Handel spürbar nach.
Die ausgeweitete Prüfung wirft weitere Fragen zur Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung des Unternehmens auf. Die Ergebnisse der Bafin werden zeigen, ob Gerresheimer in den betreffenden Zeiträumen die Rechnungslegungsregeln einhielt. Das Urteil könnte sich auf das Vertrauen der Investoren und das Ansehen der Finanzberichte des Konzerns auswirken.






