Bundesweiter Apotheken-Protest: Warum tausende Filialen am 27. März dichtmachen
Lara LangBundesweiter Apotheken-Protest: Warum tausende Filialen am 27. März dichtmachen
Tausende Apotheken in ganz Deutschland werden am 27. März ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Inhaber und Mitarbeiter fordern höhere Abgabegebühren, um die Zukunft der lokalen Apotheken zu sichern. Die eintägige Schließung wird jedes Unternehmen voraussichtlich bis zu 12.000 Euro Umsatz kosten.
Die Aktion stößt bei Apothekenbetreibern auf breite Unterstützung. Susanne Bormann, die eine Filiale im Nordharz-Center in Blankenburg leitet, wird trotz finanzieller Einbußen schließen. Für sie steht die Solidarität mit den Kollegen über dem Tagesumsatz.
Auch Jörn Graé von der Sixtus-Apotheke in Haltern am See unterstützt den Protest. Zwar rechnet er mit einem direkten Umsatzrückgang, doch erwarten einige Kunden, ihre Einkäufe einfach auf einen früheren oder späteren Zeitpunkt in der Woche zu verlegen. Langfristig überwiegen für ihn die Vorteile: bessere Bezahlung für das Personal und mehr Investitionen in die Dienstleistungen – ein vorübergehender Rückschlag, der sich lohnt.
Nicht alle Beteiligten sehen den Tag jedoch nur als Opfer. Ein Apothekeninhaber in Rheinland-Pfalz nutzt die Schließung für ein Teambuilding-Event: Die Mitarbeiter reisen gemeinsam mit der Bahn an, wofür 400 Euro für Tickets bereitstehen. So wird der Zusammenhalt gestärkt und die Zwangspause sinnvoll genutzt.
Fixe Kosten wie Miete und Nebenkosten fallen mit rund 1.800 Euro pro Apotheke an – ähnlich wie an einem Feiertag. Gerrit Nattler, der die Elisana-Apotheke in Dorsten führt, akzeptiert die kurzfristige Belastung, betont aber, dass der Protest notwendig sei. Ohne Änderungen bei der Finanzierung, warnt er, könnten viele kleine Apotheken um ihr Überleben kämpfen.
Der bundesweite Streik wird den Apotheken den Umsatz eines typischen Montags kosten – Schätzungen zufolge bis zu 12.000 Euro pro Betrieb. Trotz der finanziellen Einbußen unterstreichen die Teilnehmer die Notwendigkeit fairer Gebühren, um die lokalen Dienstleistungen zu erhalten. Das Ergebnis des Protests könnte die künftigen Finanzierungsentscheidungen für den gesamten Sektor beeinflussen.






