20 March 2026, 02:02

Bundesweiter Apotheken-Warnstreik: Warum am 23. März 2023 die Türen geschlossen bleiben

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Bundesweiter Apotheken-Warnstreik: Warum am 23. März 2023 die Türen geschlossen bleiben

Apotheken in ganz Deutschland schließen am 23. März 2023 für bundesweiten Warnstreik

Der Protest kommt zu einer Zeit, in der finanzielle Belastungen viele Apotheken zwingen, endgültig zu schließen – im Schnitt verschwindet alle 20 Stunden eine Filiale. Die Organisatoren warnen: Ohne Kurswechsel könnte die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten gefährdet sein.

Der Streik ist der vorläufige Höhepunkt eines jahrelangen Rückgangs der Apothekenzahlen. 2025 gab es in Deutschland noch rund 16.600 Apotheken – 2020 waren es über 19.000 gewesen. Allein im vergangenen Jahr schlossen 502 Filialen, während nur 62 neu eröffneten; ein Nettoverlust von 440. Seit 2013 hat fast jede fünfte Apotheke dichtgemacht.

Apotheker machen vor allem die seit Jahren stagnierenden Erstattungssätze für ihre prekäre Lage verantwortlich: Während diese in 13 Jahren lediglich um 3 Prozent stiegen, explodierten die Betriebskosten um 65 Prozent. Nun fordern sie eine Erhöhung der Abgabegebühr von 8,35 auf 9,50 Euro pro Rezeptposition. Geplant sind Kundgebungen in Berlin, Düsseldorf, Hannover, München und Mönchengladbach – wo seit 2016 bereits 15 Apotheken geschlossen haben und nur noch 49 übrig sind.

Drei lokale Apotheken – die Sonnen-Apotheke, die Konstantin-Apotheke und die Post-Apotheke in Korschenbroich – bleiben während des Streiks geöffnet. Kunden müssen zwar mit kurzfristigen Verzögerungen rechnen, doch die Organisatoren betonen, dass sich der Protest langfristig auszahlen könnte, falls er zu besseren finanziellen Rahmenbedingungen führt.

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Der Streik unterstreicht die dramatische Ausdünnung des Apothekennetzes unter wirtschaftlichem Druck. Angesichts der beschleunigten Schließungswelle warnt die Branche: Ohne höhere Erstattungssätze könnte sich die Arzneimittelversorgung weiter verschlechtern. Das Ergebnis des Protests wird zeigen, ob mehr Apotheken überleben – oder für immer verschwinden.

Quelle