EU vernachlässigt Open-Source-Hardware in ihrer Technologie-Strategie – mit fatalen Folgen
Leon FischerEU vernachlässigt Open-Source-Hardware in ihrer Technologie-Strategie – mit fatalen Folgen
EU-Technologiesouveränitätspaket vernachlässigt entscheidenden Bereich: Open-Source-Hardware
Das Technologiesouveränitätspaket der EU steht wegen seines Fokus auf digitale Unabhängigkeit im Rampenlicht. Doch ein zentraler Aspekt bleibt unberücksichtigt: Open-Source-Hardware. Diese Lücke macht Europa verwundbar in einem Sektor, in dem die Kontrolle über physische Komponenten genauso entscheidend ist wie die Freiheit von Software.
Aktuell fehlt Europa die heimische Kapazität, um Hochleistungs-Server für Rechenzentren zu entwickeln und herzustellen. Der Mangel an Fachkräften in den Bereichen Chipdesign und Elektronische Designautomatisierung (EDA) übersteigt 100.000 Personen – und verschärft damit die Abhängigkeit von ausländischer Technologie. Open-Source-Hardware könnte hier Abhilfe schaffen, indem sie – ähnlich wie Open-Source-Software – Transparenz, Prüfbarkeit und Anpassungsfähigkeit bietet.
Die EU-Strategie erwähnt zwar kurz RISC-V und Open-Source-EDA-Tools, präsentiert aber keinen umfassenden Plan für Hardware-Souveränität. Im Gegensatz zu Software sind physische Abhängigkeiten auf Hardware-Ebene schwerer zu überwinden – was die Bedeutung von Kontrolle und Aufsicht noch erhöht. Experten fordern, den Begriff „Open Source“ in der Strategie auf Hardware auszuweiten, um zentrale Lücken zu schließen und künftige Investitionen zu lenken.
Ein konkreter Schritt wäre die Ausweitung des Prinzips „Öffentliches Geld, öffentlicher Code“ auf Hardware. Dies könnte Ressourcenverschwendung verringern und alternative kommerzielle Lösungen fördern. Realistischer als eine vollständige Unabhängigkeit in der Halbleiterfertigung erscheint der Aufbau von Absorptionsfähigkeiten – etwa durch Forschungs- und Entwicklungsprogramme und offene EDA-Toolchains.
Open-Source-Hardware ist kein bloßer Zusatz zur Software-Agenda, sondern eine Notwendigkeit, um aus Software-Souveränität eine physische Realität zu machen. Ohne klare Strategie droht Europa, in einem Bereich, in dem die Kontrolle über Hardware genauso entscheidend ist wie die über Code, weiter zurückzufallen.






