Thyssenkrupp zwischen Rekorddeal und Milliarden-Streit: Was Anleger jetzt wissen müssen

Admin User
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Ein Informationsheft mit Namen, Zahlen und einem Bild eines Schiffs auf dem Meer, mit der Überschrift "Enchantment of the Seas" oben.

Thyssenkrupp zwischen Rekorddeal und Milliarden-Streit: Was Anleger jetzt wissen müssen

Thyssenkrupp durchlebt ein turbulentes Jahr – die Aktie des Konzerns schwankte zwischen deutlichen Verlusten und spektakulären Gewinnen. Derzeit notiert das Papier bei 9,27 Euro, rund 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro. Trotz eines Jahresplus von über 130 Prozent bleibt die Anlegerstimmung angesichts des laufenden Schiedsverfahrens mit der Salzgitter AG verhalten.

Der Industriekonzern sicherte sich im Dezember zudem einen historischen Torpedo-Auftrag, der die Stärke der Verteidigungssparte unterstreicht. Dennoch trüben rechtliche Unsicherheiten weiterhin die finanzielle Perspektive.

Am 18. Dezember 2023 leitete die Salzgitter AG ein Schiedsverfahren gegen Thyssenkrupp ein, nachdem der Konzern seinen Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) angekündigt hatte. Der Stahlhersteller wirft Thyssenkrupp Vertragsverletzungen vor und fordert bis zu 1,6 Milliarden Euro Schadensersatz. Der Rechtsstreit belastet die Bewertung des Unternehmens schwer und drückt den Kurs Euro – trotz einer jüngsten Erholung von einem Tiefstand von 3,86 Euro.

Nur einen Tag später unterzeichnete Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) den größten Torpedo-Deal seiner Geschichte mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Der Vertrag umfasst die Lieferung von DM2A5-Schwergewichtstorpedos für die U-Boote der Klasse 212CD. Analysten werten den Auftrag als Beleg dafür, dass die Strategie von Vorstandschef Miguel Ángel López Borrego aufzugehen scheint: die Konzentration auf profitable Bereiche wie TKMS. Das inzwischen börsennotierte, aber mehrheitlich noch zu Thyssenkrupp gehörende Unternehmen wächst unter dieser Ausrichtung weiter.

López’ Führung steht für eine Neuausrichtung der Gruppe – schwache Geschäfte werden abgestoßen, hochmargige Sparten gestärkt. Während der Schiedsantrag wie ein Damoklesschwert über dem Konzern hängt, zeigt der Torpedo-Deal dessen Fähigkeit, große Rüstungsaufträge an Land zu ziehen. Die Blicke der Anleger richten sich nun auf den 2. Februar 2026, wenn Thyssenkrupp voraussichtlich eine Dividende von 0,15 Euro vorschlagen will – vorausgesetzt, die rechtlichen Spannungen haben sich bis dahin entschärft.

Die kommenden Monate werden davon abhängen, ob der Konflikt eskaliert oder eine außergerichtliche Einigung gelingt. Derzeit pendelt die Aktie unter ihrem Jahreshoch – ein Spiegel der anhaltenden Unsicherheit.

Thyssenkrupps Zukunft hängt von zwei Schlüsselfaktoren ab: der Beilegung des Schiedsverfahrens und dem weiteren Wachstum der Verteidigungssparte. Der Torpedo-Deal beweist die Stärke des Bereichs Marine Systems, doch die 1,6-Milliarden-Drohkulisse aus dem Rechtsstreit belastet den Kurs Euro. Mit der anstehenden Dividendenentscheidung Anfang 2026 muss das Unternehmen diese Herausforderungen meistern, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.