Warum die Digitalisierung der Bahn an Deutschlands Grenzen scheitert

Warum die Digitalisierung der Bahn an Deutschlands Grenzen scheitert
Eine Güterzugfahrt von den Niederlanden nach Deutschland zeigt die großen Unterschiede bei der Digitalisierung der Bahn zwischen beiden Ländern. Der erfahrene Lokomotivführer Hans Blom erlebte bei der Grenzüberquerung wiederholte Verspätungen und Umleitungen. Die Reise unterstreicht, wie zögerlich Deutschland den Umstieg auf moderne europäische Signalstandards vollzieht.
Hans Blom, ein 59-jähriger Triebfahrzeugführer mit fast vier Jahrzehnten Berufserfahrung, startete im niederländischen Rangierbahnhof Kijfhoek. Sein Zug – 700 Meter lang und mit 50 Containern beladen – passierte den hochmodernen Betuwe-Korridor, eine Strecke ohne Halte und Bahnübergänge. Dieser niederländische Abschnitt erfüllt bereits die künftigen europäischen Digitalstandards und nutzt das Europäische Zugsicherungssystem (ETCS).
Doch sobald der Zug deutsches Gebiet erreichte, änderte sich das System. Statt digitaler Signale musste Blom auf die veraltete nationale Technik Deutschlands zurückgreifen. Der Wechsel zwang zu mehreren Umleitungen und bremste das Tempo wegen laufender Bauarbeiten aus. Lediglich etwa 500 Kilometer des 33.000 Kilometer langen deutschen Netzes – knapp 1,5 Prozent – sind derzeit mit ETCS ausgestattet. Sowohl die Deutsche Bahn als auch das Bundesverkehrsministerium räumen ein, dass die Digitalisierung jahrelang unter Finanzierungsmangel litt. Pläne für einen flächendeckenden ETCS-Ausbau wurden inzwischen zurückgestuft, auch weil weite Teile der Infrastruktur in schlechtem Zustand sind. Das System, das digitale Signale über streckenseitige Transponder überträgt, soll den Bahnbetrieb in Europa vereinheitlichen und künftig mehr Automatisierung ermöglichen.
Erste Fortschritte sind erkennbar: Seit Sommer 2024 verkehren ETCS-ausgestattete ICE 3neo-Züge in die Niederlande. Ein weiteres Projekt brachte Ende 2025 die Inbetriebnahme von ETCS Class-B an der deutsch-polnischen Grenze. Doch für Güterzugfahrer wie Blom bleibt der Wandel ungleichmäßig und frustrierend.
Die Fahrt offenbart die Herausforderungen bei der Integration der europäischen Bahnnetze unter einem einheitlichen Digitalsystem. Während die Niederlande bereits moderne Standards nutzen, bremst Deutschlands zögerliche ETCS-Einführung weiterhin die Effizienz. Ohne weitere Investitionen werden grenzüberschreitender Zugverkehr und Gütertransport voraussichtlich weiterhin mit Verspätungen kämpfen.

Hallenfußball-Fieber in Meerbusch: TSV veranstaltet Stadtmeisterschaften 2026
Ein Fußball-Wochenende der Extraklasse: Wenn Veteranen, Senioren und Talente um Titel ringen – und die **Sparkasse** das Finale krönt. Wer holt sich den Cup?

Hamburgs Neujahrsempfang im Rathaus feiert bürgerliche Tradition mit Musik und Politik
Ein Abend voller Geschichte und Begegnungen: Hamburgs Neujahrsempfang vereint Politik, Kultur und Bürger in einer jahrhundertealten Tradition. Wer war dabei – und was machte den Empfang so besonders?

Kontrollierte Sprengung in Ibbenbüren markiert das Ende der Kohleära
Wo einst Kohle verbrannt wurde, entsteht bald grüne Infrastruktur. Die nächste Sprengung am 22. Februar bringt Ibbenbüren einen Schritt näher zur Energiewende.

Oli P bleibt 2024 ein Multitalent der deutschen Unterhaltungsbranche
Popstar, Moderator, Tänzer – Oli P beweist seit Jahrzehnten sein Gespür für Showbusiness. Doch wie wächst sein Vermögen 2024 weiter? Die Strategie dahinter.

Ibbenbüren setzt neue Maßstäbe für faire und grüne Beschaffung in Europa
Von CO₂-Bilanzen bis zu Arbeitsrechten: Ibbenbüren zeigt, wie öffentliche Aufträge in Europa ökologisch *und* sozial gerecht werden. Ein Blick hinter die Kulissen der Veränderung.

Bayer Leverkusen setzt mit kostenlosen Organspende-Tattoos ein Zeichen
Ein Tattoo fürs Leben – und für andere. Bayer 04 macht Organspende sichtbar und setzt auf bleibende Solidarität seiner Fans.