19 March 2026, 14:04

Westfalen-Lippe kämpft mit dramatischem Hausärztemangel – die Region hat bundesweit die wenigsten Mediziner

Eine Deutschlandkarte mit Frankfurt in Farbe, die verschiedene Bevölkerungsdichten anzeigt, begleitet von erklärendem Text auf der linken Seite.

Arztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit dramatischem Hausärztemangel – die Region hat bundesweit die wenigsten Mediziner

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

Aktuelle Zahlen zeigen, dass im Regierungsbezirk Westfalen-Lippe nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner kommen – der niedrigste Wert aller regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Der Ärztemangel hat eine politische Debatte darüber ausgelöst, wie die medizinische Grundversorgung in ländlichen Gebieten langfristig gesichert werden kann.

Das Problem hat sich über Jahre zugespitzt: Fast 40 Prozent der Hausärzte in der Region sind älter als 60 Jahre, und viele Praxen finden keine Nachfolger. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Lisa-Kristin Kapteinat bezeichnete die Situation als "vernichtendes Urteil" über die Politik von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Dieser wies Vorwürfe der Untätigkeit zurück und betonte, die Lösung des Hausärztemangels erfordere Zeit und kontinuierliche Anstrengungen.

Seit 2009 fördert ein landesweites Aktionsprogramm die Ansiedlung von über 1.000 neuen Arztpraxen in unterversorgten Gebieten NRWs. Für das Programm wurden 29 Millionen Euro investiert, wobei 80 Prozent der Mittel nach Westfalen-Lippe flossen. Erst kürzlich führte NRW als erstes Bundesland eine Landarztquote ein: 1.100 Medizinstudierende haben sich verpflichtet, nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang als Hausärzte in der Region zu arbeiten. Doch wegen der langen Ausbildungsdauer werden die ersten dieser Ärzte erst 2030 in die Praxis einsteigen.

Die Kritik der Opposition wird lauter. Der CDU-Abgeordnete Daniel Hagemeier nannte den SPD-Vorstoß für eine Debatte ein "Monats-Eigentor". Laumann hingegen verwies darauf, dass Legislaturperioden zu kurz für schnelle Lösungen seien. Er bestehe darauf, dass nur langfristige Planung die Probleme bewältigen könne.

Die Zahlen verdeutlichen die wachsende Versorgungslücke in der hausärztlichen Betreuung Westfalen-Lippes. Mit einer überalterten Ärzteschaft und zu wenigen Nachfolgern bleibt die Region vor großen Herausforderungen. Die Landarztquote soll Abhilfe schaffen – doch bis ihre Wirkung spürbar wird, werden noch Jahre vergehen.

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