Windpark-Ausbau im Naturschutzgebiet: Umweltfrevel oder unvermeidbarer Eingriff?
Lara LangWindpark-Ausbau im Naturschutzgebiet: Umweltfrevel oder unvermeidbarer Eingriff?
Zufahrtsweg zum Windpark Aupketal wird durch Naturschutzgebiet ausgebaut – Umweltskandal oder notwendiges Übel?
Ein Zufahrtsweg für den Windpark Aupketal wird durch ein geschütztes Naturschutzgebiet im Hochsauerlandkreis erweitert. Das Vorhaben sorgt für heftige Kritik – Gegner sprechen von einem "Umweltfrevel". Wie die örtlichen Behörden bestätigten, gab es bereits nicht genehmigte Baumaßnahmen entlang der Trasse.
Die Strecke führt durch das Aupketal bei Arnsberg-Moosfelde, ein FFH-Gebiet, das für seinen alten Baumbestand, Bäche und Feuchtbiotope bekannt ist. Zwar hat der Windparkbetreiber Ausgleichsmaßnahmen zugesagt, doch bisher wurden keine umgesetzt.
Die Erweiterung sieht vor, den bestehenden Waldweg durch das Aufbringen und Verdichten von Schotter zu verbreitern. Vertreter des Hochsauerlandkreises bestätigten, dass Teile der Arbeiten ohne Genehmigung durchgeführt wurden – darunter nicht autorisierte Verbreiterungen und das Befahren des Geländes abseits der vorgesehenen Route. Die Kreisverwaltung betont jedoch, dass der Bau einer Zufahrt durch ein FFH-Gebiet nicht automatisch schädlich sei, da das Gelände durch den ursprünglichen Weg bereits versiegelt gewesen sei.
Kritiker, darunter lokale Politiker, werfen dem Projekt vor, empfindliche Biotope zu zerstören. Die Opposition im Kreistag beantragte eine Ortsbegehung, um die Situation zu begutachten, doch der Umweltausschuss lehnte den Vorschlag ab. Der Betreiber, die Aupketal Wind Farm GmbH, räumte zwar das Fällen von Bäumen ein, kündigte aber an, bis 2026 auf einer Fläche von fünf Hektar neue Feuchtgebiete in der Nähe anzulegen. Diese sowie angepasste Baupläne zur Verringerung weiterer Baumverluste sollen jedoch erst nach Genehmigung durch die Behörden umgesetzt werden – voraussichtlich nicht vor Ende 2026.
Das Aupketal beherbergt seltene Ökosysteme, darunter alte Laubwälder und Feuchtgebiete. Naturschützer warnen, dass die Erweiterung diese Lebensräume trotz der versprochenen Kompensation gefährden könnte. Stand März 2026 wurden noch keine Maßnahmen zum Ausgleich der Eingriffe eingeleitet – die Zukunft des Tals bleibt ungewiss.
Die Erweiterung der Zufahrtsstraße zum Windpark bleibt umstritten. Umweltverbände und lokale Politiker fordern strengere Kontrollen. Während die Kreisverwaltung Verstöße gegen die Bauvorschriften einräumt, befinden sich die Ausgleichspläne des Betreibers noch im Genehmigungsverfahren. Mit der Umsetzung neuer Feuchtgebiete und angepasster Baumethoden ist frühestens Ende 2026 zu rechnen.






