Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt für immer ein stummer Riese

Frankfurts „Ginnheimer Spargel“ bleibt für immer ein stummer Riese
Frankfurts ikonischer „Ginnheimer Spargel“ bleibt wohl für immer geschlossen
Der 338 Meter hohe Fernsehturm, einst Heimat eines Drehrestaurants und einer Diskothek, wurde 1999 stillgelegt. Jetzt haben Finanzierungsstreitigkeiten und exorbitante Sanierungskosten die Hoffnungen zunichtegemacht, ihn bis 2026 wiederzueröffnen.
Die Wiederbelebung des Turms hing von einem 50-Millionen-Euro-Sanierungsplan ab. Eine Machbarkeitsstudie bezifferte die Kosten, wobei die Bundesregierung die Hälfte übernehmen wollte – vorausgesetzt, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt teilen sich die verbleibenden Ausgaben. Doch die Verhandlungen scheiterten, und das Projekt steckt in der Sackgasse.
Die DFMG, eine Tochter der Deutschen Telekom und Betreiberin des Turms, bestätigte, dass die Bundeszusage für die Förderung Ende 2025 ausläuft. Ohne eine Einigung zwischen Land und Stadt wird es keine weiteren Mittel geben. Gleichzeitig treiben strengere Sicherheitsvorschriften und der Bedarf an umfangreichen Modernisierungen die Instandhaltungskosten weiter in die Höhe.
Der „Ginnheimer Spargel“ ist mit seinen Problemen nicht allein. Viele deutsche Fernmeldetürme, einst belebt mit Aussichtsplattformen und Nachtleben, stehen heute leer. Die Signale, die einst von diesen Bauwerken ausgestrahlt wurden, laufen heute über Glasfaserkabel oder Satelliten – eine wichtige Einnahmequelle ist damit weggebrochen. Nur noch vier Türme – der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Fernsehturm auf dem Frauenkopf – empfangen noch Besucher.
Anderswo hat das Finanzierungsmodell funktioniert: Die Türme in Hamburg und Dresden stehen kurz vor der Wiedereröffnung, gestützt durch Bundesgelder und lokale Zusammenarbeit. In Frankfurt aber hält der Stillstand an, und der „Ginnheimer Spargel“ blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.
Ohne eine Finanzierungslösung in Sicht bleiben die Türen des Turms verschlossen. Die Bundeszusage läuft 2025 aus, und ohne gemeinsame Finanzierung von Land und Stadt ist eine Sanierung unmöglich. Vorerst bleibt Frankfurts Wahrzeichen ein stummer Zeuge einer lebendigeren Zeit.

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